Umbruch
  1987

Mitwirkende, Mitarbeiterinnen und technische Angaben

Qualitätsprämie der Eidgenossenschaft
Zürcher Filmpreis
Filmdukat Internat. Festival Mannheim
Fernsehpreis Internat. Dokumentarfilmfestival, Nyon

"Einerseits macht es der Computer grundsätzlich einem jeden möglich, in einer Welt der Fülle zu leben; anderseits sind wir schon tüchtig daran, ihn zu verwenden, um eine Welt des Leidens und des Chaos zu schaffen. ...

Der Computer ersetzt das Beste, was der Arbeiter anzubieten hat, Kenntnis und Können. Beides übernimmt die Maschine. Seine eigentlichen Fähigkeiten sind aus ihm herausgelockt und dem Gerät einverleibt worden. ...

Maschinen werden nicht schwanger und sie streiken nicht."   
Joseph Weizenbaum
 
Der Film folgt der Umstellung einer Zeitungsdruckerei vom traditionellen "heissen" Bleisatz zum "kalten Satz", der Satzherstellung mittels Computern und dokumentiert damit den kulturellen Wandel im Moment seines Geschehens.

Die Computerisierung der Akeret AG in Bassersdorf, der Druckerei einer Zürcher Lokalzeitung, wurde Ende 1985 abgeschlossen. Kurz danach entliess der australische Pressezar Rupert Murdoch in London 5600 Drucker und Setzer, weil sie gegen die Einführung derselben Drucktechnologie streikten. Noch 1832 zündeten Handweber im Zürcher Oberland eine neu mechanisierte Spinnerei an. Das Ereignis ging als "Maschinensturm von Uster" in die Geschichte ein.

Heute stossen ähnlich bedeutsame Ereignisse kaum mehr auf nennenswerten Widerstand. Der Aufmarsch der Computer und was dieser für die Menschen bedeutet, wird nirgends sichtbarer als im Druckereigewerbe.

"Umbruch ist eine scharfsinnige filmische Recherche, welche die Beziehung zwischen Mensch und Arbeit mit Respekt und Anteilnahme beobachtet. Der Film gibt einen kritischen Gesamtblick auf die fundamentalen Veränderungen der menschlichen Existenz, wie sie durch die heutigen Arbeitsbedingungen hervorgerufen werden."
Preisbegründung Internat.Jury des
Dokumentar-Filmfestivals von Nyon

"Eindrückliche Bilder bleiben haften: Der Arbeiter, der vorher an der Linotype Maschine beschäftigt war, sucht im Schreibmaschinenkurs unsicher die Tasten; die Veränderung der Sprache und des Miteinander-Umgehens;... Das geht - dank Schlumpfs Montage - unter die Haut."
H.M.Eichenlaub in Aargauer Tagblatt

"Es wird Zuschauer geben, die über den Wandel von Gesichtern und Menschen auf der einen Seite erschrecken, und es wird solche geben, die sich für das Requiem für eine neue Epoche, das dieser Film eben auch ist, fühlsam einstimmen werden..."
Martin Schlappner in Neue Zürcher Zeitung

"Emotionalität ist in H.-U. Schlumpfs Film - wie schon in früheren von ihm - Ausdruck der Anteilnahme und des Engagements. Allerdings: Emotionalität gerinnt unter den Händen dieses Filmemachers nie zur billigen Gefühlsduselei, zur schieren Sentimentalität oder gar zur letztinstanzlichen Verurteilung. Sie wird vielmehr zum Mitgefühl, ablesbar auf den Gesichtern der Protagonisten, der Betroffenen..."
Urs Jaeggi in Zoom

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