Der Kongress der Pinguine
  1993

Mitwirkende, Mitarbeiterinnen und technische Angaben

Die Reise zum Kongress der Pinguine (Making of...)

Trailer

Qualitätsprämie der Eidgenossenschaft
Zürcher Filmpreis
Goldener MediaNet Award, München 1994

2017 von der Ariane Film AG mit einem Beitrag der Suissimage in 4K restauriert und digitalisiert.
Erstaufführung dieser Version in 4K nach 24 Jahren am Filmfestival Locarno.


Woher kommen die Träume ?
Wenn du unruhig bist, kommen sie aus der Ruhe.
Wenn du ruhig bist, kommen sie aus der Unruhe.
Wenn du kalt hast, kommen sie aus der Hitze.
Wenn du heiss hast, kommen sie aus der Kälte.
Aber immer bringen sie dir eine Nachricht
aus den abgelegenen Provinzen deiner selbst.
Und wenn du noch nichts begriffen hast,
wissen sie schon alles.
Franz Hohler 1993 für den Kongress der Pinguine.
 
Der reale Ort, an dem der Kongress der Pinguine stattfindet, ist gleichzeitig der fiktivste Ort, auf dem man mit zwei Beinen auf dieser Erde stehen kann. Sogar die Tiere können hier reden. Dieses Land der Träume und Alpträume heisst Antarktis.
 
In der von stürmischen Meeren umgebenen Eiswüste leben auch ein paar Dutzend Menschen. Mit raffinierten Instrumen-ten beobachten sie die beunruhigenden Veränderungen unserer Welt: Ozonloch, Klimaveränderung, Erwärmung der Meere.
 
An den Rändern Antarktikas finden sich zudem die zerfallenden Stützpunkte der früheren Plünderer, in denen Zehntausende von Walen, Pinguinen und Robben abge-schlachtet wurden. Sie sind ein eindrückliches Bild für unser Verhältnis zur Natur, das offenbar von unersättlicher, erbarmungsloser Gier geprägt ist.

Wir stehen zutiefst berührt vor den riesigen Kolonien von Pinguinen, die sich an den Ufern dieser überwältigenden Landschaft aus Eis und Schnee bis heute behaupten können.

Traumfahrt ins antarktische Eis

"Wie kommt man in die Antarktis ? Indem man sich dahin träumt. Der Zürcher Filmschaffende Hans-Ulrich Schlumpf hat es getan: Er hat seinen Traum geträumt - und ihn in seinem bisher aufwendigsten und anspruchsvollsten Projekt als Film realisiert, der sowohl in der gründlichen Erarbeitung des Materials wie der künstlerischen Umsetzung zu den herausragenden Produktionen in der Geschichte des Schweizer Filmschaffens zählt. ...

Lebensgrundlagen - das meint bei diesem Filmemacher nebst aller materiellen Fundierung aber immer auch Freiräume der Phantasie, der Kreativität. Das Thema ihrer Gefährdung und Zerstörung bestimmte bereits die ersten grösseren Arbeiten des 1939 geborenen Zürchers. Die "Botschaft der Pinguine" nun, wie sie der jüngste Film formuliert, die Forderung nach der "Rückgabe" der Antarktis an ihre eigentlichen Bewohner, ist die radikale Weiterführung des alten Gedankens: einen Ort zu schaffen, der einzig der Phantasie und den Träumen der Menschen zugänglich ist; nicht von ungefähr und in durchaus konkretem Verständnis bezeichnet Hans-Ulrich Schlumpf die Antarktis als den "fiktivsten Ort" auf der Erde. Neu ist hingegen die Verantwortung gegenüber der Gesamtheit des Lebens, die zur Idee der "Wiedergutmachung" an der geschundenen Kreatur führt, der jetzt das Wort gegeben wird."
Christoph Egger in der Neuen Zürcher Zeitung

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Fotoseite / Luc Jacquet und La Marche des Empereurs