Guber - Arbeit im Stein
   1979

Mitwirkende, Mitarbeiterinnen und technische Angaben

Qualitätsprämie der Eidgenossenschaft
Zürcher Filmpreis für Kameramann Pio Corradi

Manuel!

Ich hoffe sehr, dass Du, wenn Du diesen Brief erhältst, Dich besserer Gesundheit erfreust. Gott sei Dank geht es Dir nicht schlechter.

Manuel!

Ich habe den Brief von Dir bekommen, in dem ich lese, wieviel Du mir erzählst.

Manuel!

Zuerst muss ich Dir sagen, dass ich das Geld erhalten habe, das Du mir geschickt hast - 30'000 Escudos.

Manuel!

Ich muss Dir auch sagen, dass es mir viel schlechter geht. Gestern schon und heute kann ich mich nicht aus dem Bett erheben. Wenn es so weiter geht, muss ich ins Spital. Ich bin sehr traurig. Lieber sterbe ich, als hier all das Geld auszugeben für meine Krankheit, das Du verdienst. Immer bin ich es und die ganze Brut. Das ist alles.

Manuel!

Für heute nicht mehr. Empfange meine vielen Küsse und viele liebe Grüsse von unseren Kindern. Bis zum nächsten Brief.
Rosa da Silva


Brief einer Portugiesin an ihren Mann, der im Guber
arbeitet.

Über Alpnach-Dorf im Kanton Obwalden auf rund 1000 Meter Höhe liegt der "Guber", der letzte Steinbruch nördlich der Alpen, in dem Pflastersteine hergestellt werden. Die ausserordentlich schwere Arbeit wurde früher vor allem von Italienern besorgt. Ganze Familien verbrachten ihr Leben auf dem Guber. Heute sind es Saisonniers aus Portugal, die wegen der vergleichsweise hohen Löhne noch hier arbeiten wollen. Der Film zeigt dem Schweizer fremd gewordene Arbeit. Mehr mit Bildern als mit Worten folgt er dem Leben der Arbeiter in einem ihnen fremden Land.

"Der Film ist ein überlegen und sorgfältig gestaltetes Werk, in dem die verschiedenen Aspekte des Steinbruchs miteinander verknüpft sind. In den Ablauf der präzis dokumentierten Vorgänge sind wirtschaftliche, soziale, historische und volkskundliche Information sowie der Arbeiter als Mensch mit seinen Bedürfnissen, Leiden und Hoffnungen eingebettet. ...

Natur Mensch und Arbeit stehen hier noch im Einklang, auch wenn sie keine heile Welt bilden. Der Film zeigt auch deren Schattenseiten. Durch die handwerkliche Sorgfalt, mit der "Guber" gestaltet ist (Kamera, Schnitt, Ton) erweist der Film dem Handwerk, das er porträtiert, auf seine Weise Referenz. Er ist geprägt von einer nüchternen Zärtlichkeit, in der nicht zuletzt eine Solidarität des Filmhandwerkers mit den dargestellten Steinhandwerkern zum Ausdruck kommt."

Franz Ulrich in Zoom

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